FTI-Insolvenz: Angebot eines Unternehmers sorgt für Unruhe

Ein Angebot eines Unternehmers aus dem baden-württembergischen Ettlingen sorgt in der Branche derzeit für Unruhe. Ulrich Kammerer, der sich als „Unternehmer-Retter im Krisenfall“ betitelt, hatte in der vergangenen Woche unzählige Reisebüros angeschrieben. „Sicher hast auch Du schon von der aktuellen FTI-Insolvenz gehört. Eine echte Herausforderung für viele Reisebüros“, hieß es in der Mail. „Wusstest Du auch, dass jedes 4. Reisebüro in Deutschland in Gefahr ist? Und auch den anderen 75 Prozent droht Ärger, sogar nach Auskunft von Marija Linnhoff vom VUSR: Der Insolvenzverwalter könnte Provisionen zurückfordern“. Und weiter: „Erfahrungsgemäß dürfte das für viele Reisebüros der sichere Ruin sein, wenn sie keine Gegenmaßnahmen ergreifen.“

Wie die Gegenmaßnahmen aussehen könnten, verriet Kammerer nicht. Stattdessen verwies er auf sein Webinar „FTI-Insolvenz – Droht auch Deinem Reisebüro der Ruin?“, das am vergangenen Samstag stattfand. Kosten: rund 177 Euro pro Person. Auf seiner Website sind zudem zahlreiche Kurse mit Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro zu finden, die Hilfe bei Insolvenz & Co versprechen.

Touristikexperten mahnen zur Vorsicht

Ob Reisebüros an dem Webinar teilnahmen oder einen Kurs gebucht haben, ist nicht bekannt. Bereits am Freitag appellierten verschiedene Touristikexperten, solche Angebote unbedingt zu überprüfen, beispielsweise Paxconnect-Geschäftsführer Joachim Monski. „Es ist wichtig, dass alle erforderlichen Informationen und Referenzen überprüft werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten und bleiben Sie vorsichtig“, schrieb er auf Facebook.

Weitere Touristiker sprachen von „Abzockern, die versuchten, Reisebüro-Inhaber über den Tisch zu ziehen“, und von „Panikmache“. Denn noch ist nicht geklärt, ob Reisebüros bereits erhaltene Provisionen für stornierte Reisen überhaupt zurückzahlen müssen.

Kammerer wollte sich auf Nachfragen von touristik aktuell nicht äußern. Der VUSR hat mitgeteilt, zu keinem Zeitpunkt Kontakt mit dem Anbieter gehabt zu haben. Man lasse dies derzeit anwaltlich prüfen, sagte VUSR-Chefin Marija Linnhoff. (uf)

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