RTK: Raiffeisen ist wieder Mehrheitsgesellschafter

Die Raiffeisen Touristik Group, zu der auch die Reisebüro-Kooperation RTK gehört, ist wieder mehrheitlich in den Händen der Raiffeisen Vertriebs GmbH. Sie übernahm die rund 17 Prozent der Anteile, die der RT-Investor Samih Sawiris indirekt über FTI hielt und die jetzt im Zuge des Insolvenzverfahrens von FTI zum Verkauf standen.

Der Familie Sawiris gehören damit nur noch 42,5 Prozent der Anteile an der Raiffeisen Touristik Group (RTG). Zu ihr gehören neben RTK auch eigene Reisebüro-Filialen sowie der Reise-Shopping-Sender Sonnenklar TV. Im Zuge der FTI-Insolvenz kam vor zwei Wochen zudem die TVG-Kette zur Vertriebs GmbH der RTG hinzu. Die TVG war zuvor ein Jointventure zwischen FTI und RT. Zu ihr gehören 230 Reisebüros, darunter rund 200 der Marke Sonnenklar TV und 30 der Marke Flugbörse.

Auch Veranstalter gehören zum RTG-Portfolio

Neben den Reisebüros zählen auch diverse Veranstalter zur Raiffeisen Touristik Group. Es handelt sich um RV Touristik, Atouro, Raiffeisen Reisen und GEO Reisen in Österreich. Sie sind allesamt auf Gruppenreisen, individuellen Privaturlaub, Incentives und Events sowie Sondervermarktung spezialisiert.

Wichtigster Quellmarkt ist Österreich. Dort setzt die RTG unter dem Label „Best for Travel Group“ inzwischen auf einen gemeinsamen Auftritt und Webpräsenz. Einheiten wie Produktion, Marketing und Teile der Verwaltung wurden zusammengelegt.

Nach dem Aus des Sonnenklar-Hauptlieferanten Big Xtra sollen die eigenen Veranstalter nun auch den Volumenvertrieb für den Sender forcieren. 2025 soll die Technik zudem so aufgestellt sein, dass die Produkte der Best for Travel Group für Reisebüros in den gängigen CRS-Systemen buchbar sein werden.

Bankenaufsicht ohne Bedenken

Die Raiffeisen Vertriebs GmbH ist eine Tochter der RTG, Geschäftsführer sind Thomas Bösl und Lars Helmreich. Die RTG wird von dem Raiffeisen-Banker Wolfgang Altmüller geleitet.

Er hatte 2014 parallel zum Einstieg von Samih Sawiris bei FTI die RTK-Mehrheit an den ägyptischen Investor und Orascom-Strategen aus ordnungspolitischen Gründen verkauft: Der Bankenaufsicht war bei der damaligen Meine Volksbank Raiffeisenbank Altötting das bankfremde Geschäft zu groß geworden.

Dieses Problem besteht heute nicht mehr: Durch mehrere Fusionen in der Region ist die heutige Meine Volksbank Raiffeisenbank deutlich größer als die damalige Bank in Altötting. Damit ist auch das wachsende Veranstaltergeschäft kein Problem mehr.

Interesse an Consolidator?

Offen ist weiterhin unter anderem, was mit den FTI-Tochtergesellschaften wie dem FTI Ticketshop und dem Veranstalter Windrose wird. Beide sind bislang nicht insolvent und stehen zum Verkauf. Die Gespräche dazu laufen bereits, heißt es aus dem Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters Axel Bierbach. Ob auch hier die RTG im Spiel ist, ist nicht bekannt. Consolidator-Erfahrung gibt es jedenfalls: Mit RTK Aerticket verfügt die Reisebüro-Kooperation über einen Ableger des größten Flugticket-Händlers in Europa.

Einen Überblick zu allen News und Hintergründen zur Insolvenz von FTI finden Sie unter www.touristik-aktuell.de/fti.

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