Ketten/Kooperationen: Die Folgen der FTI-Pleite 

Die Insolvenz von FTI beeinflusst auch die Arbeit der Reisebüro-Ketten und -Zentralen. Dabei geht es vor allem um die anstehenden Verhandlungen über On-Top-Provisionen: Einige Verbünde fürchten, dass durch die anstehenden Umsatzzuwächse bei Konkurrenzveranstaltern die Vorgaben für Reisebüros angehoben werden könnten. 

Reisebüros: Mehrarbeit und Provisionsausfall

Genau das wäre aber der falsche Ansatz, heißt es aus den Zentralen. Denn die Reisebüros hätten im Zuge der FTI-Pleite einmal mehr eine Menge Mehrarbeit geleistet – und zum Teil große finanzielle Verluste erlitten: Rund die Hälfte aller FTI-Agenturen ließ sich die Provision nach der Abreise des Kunden auszahlen. Die wird jedoch weder für die rund 200.000 abgesagten Pauschalreisen noch für unzählige Bausteinbuchungen jemals fließen.

Die Pleite des drittgrößten Veranstalters im Land wirkt sich bei einigen Ketten und Kooperationen aber auch auf das Marketing aus: FTI war im Vertrieb sehr aktiv und hatte für das zweite Halbjahr auch mit Ketten und Kooperationen diverse Aktion geplant.  

Die Frage nach dem Leitveranstalter

Davon abgesehen geht es bei einigen Reisebüro-Organisationen, vor allem der TVG-Kette, um die Frage nach einem neuen Leitveranstalter. TVG-Chefin Birgit Aust  will sich dazu bislang noch nicht festlegen. Die derzeitige Situation sei „auch eine Chance, Vor- und Nachteile ­ergebnisoffen genau abzuwägen“. Entscheidend sei, „das bestmögliche Ergebnis für die Franchise-Partner zu erzielen“.

Einfacher ist die Situation bei Schmetterling. Der Verbund hatte zwar einen starken Fokus auf FTI und gab FTI-Chef Karl Markgraf noch im Mai auf der eigenen Jahrestagung eine große Bühne. Viele Reisebüros der Kooperation hatten aber dennoch im Zuge der wachsenden Verunsicherung in Bezug auf FTI schon längst umgesteuert. 

Das gilt auch für den RTK-Verbund, dessen Zentrale über Jahre hinweg äußerst eng mit FTI zusammenarbeitete und hinter den Kulissen Umsatzdaten der Reisebüros an FTI lieferte. Die Aufdeckung dieses Vorgehens beschäftigte die Branche das gesamte Jahr 2023 – und hatte massive Folgen für die Vertriebslandschaft. 

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